Fragetechniken
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Beobachterfrage
Eine Beobachterfrage bittet die Person, die Szene so zu schildern, wie eine neutrale Person am Rand sie sehen würde, ohne Zugang zu den Gedanken der Beteiligten.

Einleitung
Eine Beobachterfrage bittet die Person, die Szene so zu schildern, wie eine neutrale Person am Rand sie sehen würde, ohne Zugang zu den Gedanken der Beteiligten.
Herkunft: Fragen aus der Beobachterposition, anschlussfähig an die dritte Wahrnehmungsposition, hier nur als Frage. Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.
Zweck
Innenansichten kleben am Streit. Der Blick vom Rand liefert Sätze und Reihenfolgen, die man prüfen kann.
Ziel
Eine Beschreibung von außen mit Handlungen und Sätzen, ohne Motivunterstellung.
Umsetzung
- Setze die Beobachterin an einen konkreten Ort: Türrahmen, andere Tischseite, Bildschirm ohne Ton der Gedanken.
- Frage, was sie sehen und hören würde. Gedanken und Absichten sind in diesem Zug unsichtbar.
- Wenn ein Motiv durchrutscht, lass es wiederholen als Satz oder als Bewegung.
- Frag, welche dieser äußeren Beobachtungen die Person selbst überraschend findet.

Weitere Anwendungsgebiete
- Hitzige Szenen, die bisher nur als Gefühl erzählt wurden.
- Vorbereitung eines Feedbacks, das bei Verhalten bleiben soll.
- Als Frageform, bevor jemand körperlich die dritte Position einnimmt.
Grenze
Die Beobachterfrage ist keine Personenbewertung aus der Ferne und kein Gutachten. Die dritte Wahrnehmungsposition auf der eigenen Seite ist der ausführlichere Positionswechsel.
Fragen, kurz beantwortet
Darf die Beobachterin Gedanken lesen?
In diesem Zug nein. Sobald Motive ins Bild kommen, ist es eine andere Frage und wird gekennzeichnet.
Wer ist die Beobachterin?
Eine neutrale Figur am Rand der Szene, keine Richterin und keine Fachperson mit Diagnoseauftrag.
Was ist der Unterschied zur dritten Position?
Hier bleibt ihr im Stuhl und schildert. Die dritte Position kann zusätzlich einen körperlichen Standortwechsel nutzen.
Wie lang soll die Beschreibung sein?
Lang genug für Satz, Reihenfolge und ein überraschendes Detail. Ein Roman vom Rand ist zu viel.