Liberating Structures
Coaching-Techniken · Liberating Structures · Heard, Seen, Respected (HSR)
Heard, Seen, Respected (HSR)
Heard, Seen, Respected lädt ein, eine Geschichte zu erzählen, in der jemand gehört, gesehen oder respektiert wurde – oder das Gegenteil erlebt hat – und danach in Paaren zuzuhören, ohne zu reparieren. Es geht um Anerkennung von Erfahrung im Arbeitskontext, nicht um Traumatherapie, EMDR oder Hypnose.

Einleitung
Heard, Seen, Respected lädt ein, eine Geschichte zu erzählen, in der jemand gehört, gesehen oder respektiert wurde – oder das Gegenteil erlebt hat – und danach in Paaren zuzuhören, ohne zu reparieren. Es geht um Anerkennung von Erfahrung im Arbeitskontext, nicht um Traumatherapie, EMDR oder Hypnose.
Herkunft: Liberating Structure nach Lipmanowicz und McCandless. Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.
Zweck
Zweck ist, Empathie und Würde im Raum spürbar zu machen und Muster von Nicht-Gehört-Werden kollektiv benennbar zu machen, ohne Einzelne bloßzustellen.
Ziel
Die Gruppe hat geteilte Einsichten zu Bedingungen, unter denen Menschen sich gehört und respektiert fühlen, und benennt einen machbaren nächsten Schritt im eigenen Einfluss.
Umsetzung
- Erkläre den Rahmen: Arbeits- oder Alltagserfahrungen, keine Therapie. Freiwilligkeit gilt.
- Stillarbeit: eine konkrete Szene notieren, in der Gehört-/Gesehen-/Respektiert-Werden fehlte oder gelang.
- Paare: eine Person erzählt, die andere hört nur zu und spiegelt knapp, was sie gehört hat. Dann Wechsel.
- Im Plenum nur Muster und Bedingungen sammeln, keine privaten Details ohne Erlaubnis. Einen gemeinsamen Lernsatz festhalten.

Weitere Anwendungsgebiete
- Kulturarbeit in Teams nach Phasen hoher Belastung.
- Führungsentwicklung zum Thema psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz.
- Community-Treffen, wenn Zugehörigkeit das Thema ist.
Grenze
HSR ist keine Traumatherapie und keine Diagnose. Bei Hinweisen auf schwere Belastung bleibt Weiterleitung an geeignete Stellen Pflicht.
Fragen, kurz beantwortet
Muss ich die schlimmste Geschichte erzählen?
Nein. Eine alltägliche Arbeitsszene reicht und ist oft passender.
Darf die hörende Person Rat geben?
Nein. Zuhören und kurzes Spiegeln. Rat kommt später in anderen Formaten.
Was, wenn jemand nicht erzählen will?
Beobachten oder eine gelungene Szene wählen. Kein Zwang.
Wie schütze ich Vertraulichkeit?
Im Plenum nur Muster. Details bleiben in der Paarvereinbarung.