Liberating Structures
Coaching-Techniken · Liberating Structures · Nine Whys
Nine Whys
Nine Whys gräbt durch wiederholtes Warum-Fragen zum tieferen Zweck hinter einem Vorhaben oder Verhalten. Es bleibt bei Sinn und Motivation im Arbeitskontext, nicht bei klinischer Ursachenforschung. Die Zahl neun ist Orientierung, nicht Dogma.

Einleitung
Nine Whys gräbt durch wiederholtes Warum-Fragen zum tieferen Zweck hinter einem Vorhaben oder Verhalten. Es bleibt bei Sinn und Motivation im Arbeitskontext, nicht bei klinischer Ursachenforschung. Die Zahl neun ist Orientierung, nicht Dogma.
Herkunft: Liberating Structure nach Lipmanowicz und McCandless. Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.
Zweck
Zweck ist, oberflächliche Begründungen zu durchstoßen und einen Purpose zu finden, der Entscheidungen trägt.
Ziel
Die Person oder Gruppe hat einen Zwecksatz, der unter mehreren Warum-Schichten steht und als Prüfstein dienen kann.
Umsetzung
- Startaussage wählen: Warum ist dieses Vorhaben wichtig? Antwort notieren.
- Auf die Antwort erneut Warum fragen. Schicht für Schicht, ohne die Person zu treiben.
- Stoppen, wenn ein sinnvoller Kern steht oder Wiederholung beginnt. Nicht künstlich bis neun quälen.
- Zwecksatz formulieren und prüfen: Trägt er harte Prioritätsentscheidungen?

Weitere Anwendungsgebiete
- Kick-offs und Produktvisionen.
- Persönliche Klärung vor Karriereentscheidungen im Coaching.
- Team-Purpose vor dem Operativen.
Grenze
Nine Whys ist keine Kindheitsanalyse und keine Therapie. Bei emotionaler Überforderung Pause und ggf. Weiterleitung.
Fragen, kurz beantwortet
Muss es genau neun Mal sein?
Nein. Der Name ist Programm der Tiefe, nicht der Zählzwang.
Was, wenn Antworten kreisen?
Einen anderen Einstieg wählen oder Wicked Questions nutzen.
Darf die Gruppe gemeinsam antworten?
Ja. Stillarbeit zuerst verhindert Gruppendenken.
Unterschied zu Five Whys?
Ähnliche Idee; hier oft purpose-orientierter und dialogischer.