Sprachmuster
Coaching-Techniken · Sprachmuster · Nominalisierung
Nominalisierung
Eine Nominalisierung macht aus einem Vorgang ein Dingwort: Entscheidung, Kommunikation, Motivation. Der Prozess verschwindet hinter einem Substantiv, und die Person spricht, als stünde das Ding fest im Raum. Im Coaching nutzt du die Linse nur, um den Vorgang wieder sichtbar zu machen, nicht um die Person zu typisieren.

Einleitung
Eine Nominalisierung macht aus einem Vorgang ein Dingwort: Entscheidung, Kommunikation, Motivation. Der Prozess verschwindet hinter einem Substantiv, und die Person spricht, als stünde das Ding fest im Raum. Im Coaching nutzt du die Linse nur, um den Vorgang wieder sichtbar zu machen, nicht um die Person zu typisieren.
Herkunft: Historische Sprachmuster-Linse nach Bandler und Grinder; ausdrücklich kein Persönlichkeitstest und keine Therapie. Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.
Zweck
Aus einem starren Dingwort wieder Handlung, Zeit und Beteiligte holen, damit die Person wählen kann, was sie anders tun will.
Ziel
Ein Satz, in dem das frühere Dingwort als Verb mit Wer, Was und Wann steht und den die Person als treffend bestätigt.
Umsetzung
- Markiere das Dingwort laut und bitte um eine Szene der letzten Tage, in der dieses Wort vorkam.
- Frage, wer genau was getan oder unterlassen hat, als das Dingwort im Raum war, und schreibe nur die genannten Verben auf.
- Lass die Person das Dingwort in einen Handlungssatz umbauen: Subjekt, Verb, Objekt, Zeitpunkt.
- Prüfe, welcher kleine nächste Schritt aus diesem Handlungssatz folgt, ohne das Dingwort wieder als Schicksal zu setzen.

Weitere Anwendungsgebiete
- Karrieregespräch, in dem „die Entscheidung“ wie ein Fertigprodukt klingt und niemand weiß, wer entscheidet.
- Teamkonflikt um „die Kommunikation“, wenn der Ablauf unklar bleibt.
- Selbstauftrag, in dem „meine Motivation“ als fehlendes Objekt behandelt wird statt als wechselnder Zustand.
Grenze
Die Linse ist Sprachbeobachtung, kein Test und keine Diagnose. Krankheit, Gewalt oder Selbstgefährdung gehören an eine zugelassene Stelle, nicht in Meta-Modell-Fragen.
Fragen, kurz beantwortet
Ist jede Nominalisierung falsch?
Nein. Sie ist oft nützlich. Hier wird sie nur dann geöffnet, wenn sie Wahl und Handlung verdeckt.
Darf ich das Wort verbieten?
Nein. Du öffnest den Vorgang und behältst das Wort der Person.
Ist das NLP-Therapie?
Nein. Es ist eine historische Sprachmuster-Linse im Coaching, keine Behandlung.
Was, wenn die Person beim Dingwort bleiben will?
Dann bleibt es stehen. Die Linse ist Angebot, kein Zwang.