Modelle und Abläufe
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PRACTICE
PRACTICE ist ein problemorientiertes, aber lösungsgerichtetes Phasenmodell: Problem benennen, realistische Ziele, Alternativen, Folgen prüfen, machbare Lösung wählen, umsetzen, evaluieren. Es eignet sich, wenn mehrere Optionen ernsthaft verglichen werden sollen.

Einleitung
PRACTICE ist ein problemorientiertes, aber lösungsgerichtetes Phasenmodell: Problem benennen, realistische Ziele, Alternativen, Folgen prüfen, machbare Lösung wählen, umsetzen, evaluieren. Es eignet sich, wenn mehrere Optionen ernsthaft verglichen werden sollen.
Herkunft: Stephen Palmer, PRACTICE: Problem identification, Realistic goals, Alternative solutions, Consideration of consequences, Target most feasible solution, Implementation of Chosen solution, Evaluation. Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.
Zweck
Optionen werden nicht aus dem Bauch gewählt, sondern an Folgen und Machbarkeit geprüft, ohne die Person zu einer „richtigen“ Lösung zu drängen.
Ziel
Ein klar benanntes Problem, ein realistisches Ziel, eine gewählte Option mit begründetem Folgenblick und ein Umsetzungsversuch zur Evaluation.
Umsetzung
- Problem und realistisches Ziel: Die Person beschreibt das Arbeits- oder Entscheidungsproblem in beobachtbaren Sätzen und setzt ein Ziel, das in ihrem Einfluss liegt.
- Alternative solutions: Mindestens drei unterschiedliche Optionen sammeln, ohne sie sofort zu bewerten. Fehlende Optionen dürfen nachgereicht werden.
- Consideration of consequences: Pro Option kurze Folgen für die Person, für Beteiligte und für Ressourcen. Keine Moralpredigt, nur Folgen.
- Target, Implementation, Evaluation: Die machbarste Option wählen, den ersten Umsetzungsschritt datieren und festlegen, woran die Evaluation den Unterschied misst.

Weitere Anwendungsgebiete
- Berufliche Entscheidungen mit mehreren realistischen Wegen.
- Projektcoaching, wenn Lösungen schon im Raum sind und nur ungeprüft konkurrieren.
- Ausbildung, als Kontrast zu rein skalierenden Modellen.
Grenze
PRACTICE ist kein Therapieprotokoll. Emotionale Krisen oder klinische Themen gehören nicht in diese Phasenlogik.
Fragen, kurz beantwortet
Wie viele Alternativen braucht es?
Mindestens drei, sonst ist es oft nur Ja oder Nein zur ersten Idee.
Was heißt realistisch?
Im Einfluss der Person, mit verfügbarer Zeit und ohne versteckte Magie.
Darf ich eine Option empfehlen?
Du kannst Folgen spiegeln. Die Wahl bleibt bei der Person.
Wann Evaluation?
Nach dem vereinbarten Versuch, nicht schon beim Planen der Folgesitzung ohne Umsetzung.