Entscheidung
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Premortem
Im Premortem stellt die Gruppe oder Person sich vor, das Vorhaben sei gescheitert, und sammelt plausible Gründe für dieses Scheitern. Danach werden die stärksten Gründe in Vorsorgen übersetzt. Es ist eine Übungsannahme, keine Prophezeiung.

Einleitung
Im Premortem stellt die Gruppe oder Person sich vor, das Vorhaben sei gescheitert, und sammelt plausible Gründe für dieses Scheitern. Danach werden die stärksten Gründe in Vorsorgen übersetzt. Es ist eine Übungsannahme, keine Prophezeiung.
Herkunft: Gary Klein, Premortem: vom angenommenen Scheitern rückwärts die Ursachen sammeln. Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.
Zweck
Optimismus wird durch konkrete Scheiter-Hypothesen ergänzt, bevor Ressourcen gebunden sind.
Ziel
Eine Liste plausibler Scheitergründe und mindestens zwei Vorsorgeschritte zu den stärksten Gründen.
Umsetzung
- Vorhaben und Erfolgskriterium kurz festhalten. Dann die Übungsannahme: „Es ist gescheitert.“
- Gründe sammeln, ohne sofort zu widerlegen. Jeder Grund soll konkret sein (wer, was, wann).
- Gründe nach Plausibilität und Wirkung sortieren. Die top zwei bis drei bleiben stehen.
- Vorsorge: Pro Top-Grund eine vorbeugende oder früh erkennende Handlung mit Verantwortlichkeit und Zeitpunkt.

Weitere Anwendungsgebiete
- Projektstarts und Kampagnenplanung.
- Persönliche Vorhaben mit hohem Einsatz.
- Team-Moderation vor Go-Live.
Grenze
Premortem soll nicht demotivieren. Ohne anschließende Vorsorge bleibt es Schwarzmalerei.
Fragen, kurz beantwortet
Ist das Pessimismus?
Es ist eine gezielte Übungsperspektive, danach folgt Vorsorge.
Wie viele Gründe?
Lieber zehn grobe als drei vage; danach verdichten.
Unterschied zu Risikoanalyse?
Premortem startet vom angenommenen Scheitern und nutzt Erzählkraft; Formalrisiko kann ergänzen.
Allein oder in Gruppe?
Beides. In Gruppen erst still sammeln, dann teilen.