Gesprächsführung

Coaching-Techniken · Gesprächsführung · Schweigen halten

Schweigen halten

Schweigen halten heißt, nach einer Frage oder einem schweren Satz still zu bleiben, ohne die Stille mit einem zweiten Impuls zu füllen.

3D-Figuren sitzen mit Abstand, eine rote Tasse steht zwischen ihnen, keine Fotografie
Schweigen halten lässt Abstand zwischen den Figuren. Die Pause ist Teil der Arbeit.

Einleitung

Schweigen halten heißt, nach einer Frage oder einem schweren Satz still zu bleiben, ohne die Stille mit einem zweiten Impuls zu füllen.

Herkunft: Bewusstes Schweigen in der Gesprächsführung, als Handwerk und nicht als Druckmittel. Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.

Zweck

Die Person braucht Zeit, um einen eigenen Satz zu finden. Wer die Stille füllt, beantwortet die Frage oft selbst.

Ziel

Eine Antwort, die aus der Stille kommt und von der Person stammt, oder ein klares Signal, dass sie die Frage zurückweist.

Umsetzung

  1. Stell eine Frage und schließe den Mund. Zähle innerlich langsam bis acht, bevor du überhaupt erwägst, etwas zu ergänzen.
  2. Halte den Blick freundlich und den Körper still. Tippen, Seufzen oder ein halbes Lachen füllt die Pause trotzdem.
  3. Wenn die Person anfängt, lass den ersten Satz ganz zu Ende gehen, auch wenn er langsam ist.
  4. Wenn nach der Wartezeit nichts kommt, frage, ob die Frage unklar oder unpassend war, und formuliere sie neu oder lass sie fallen.
3D-Figuren im Zuhören, das Heft liegt zu, die Hände sind offen, keine Fotografie
Schweigen halten wartet auf eine Antwort, die noch nicht feststeht. Die offenen Hände lassen ihr den Raum.
Schweigen halten

Die Schritte zu Schweigen halten stehen oben. Mit einem Gegenüber übst du das in der Ausbildung.

Beraten lassen

Weitere Anwendungsgebiete

Grenze

Schweigen als Druck, damit jemand etwas preisgibt, ist ein Übergriff. Die Person darf die Pause beenden und das Thema wechseln.

Fragen, kurz beantwortet

Wie lang ist eine brauchbare Pause?

Lang genug, dass ein eigener Satz entstehen kann, oft mehrere Sekunden. Eine starre Uhrzeit gibt es nicht, ein innerer Achterzähler verhindert das Dazwischenreden.

Was, wenn es peinlich wird?

Die Peinlichkeit gehört oft zur coachenden Person. Benenne sie nur, wenn die andere Person sie anspricht.

Darf ich dabei nicken?

Ein ruhiges Nicken ja. Ein Satz, der die Antwort vorwegnimmt, beendet das Schweigen.

Ist Schweigen bei jeder Person passend?

Bei Personen, die Stille als Strafe kennen, kündige die Pause an: „Ich warte, du musst nicht sofort antworten.“

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