Coaching-Techniken · Gesprächsführung

Gesprächsführung

Eine Einladung in die Gesprächsführung. Gegenübersitzen, zuhören, und erst dann der nächste Satz.

3D-Figuren im Gespräch, eine mit Heft, eine mit roter Tasse, keine Fotografie
Gesprächsführung: die Figuren sitzen sich gegenüber. Das Heft bleibt zu, bis der Satz der Person im Raum ist.

47 Techniken in diesem Bereich. Jede Seite beschreibt Zweck, Ziel und einen eigenen Ablauf.

Abschlussritual der StundeEin Abschlussritual der Stunde ist ein kurzer, wiederholbarer Ablauf am Ende: was bleibt, was der nächste Schritt ist, wann es weitergeht. Es ist Ritual im Sinne von Ordnung, nicht im Sinne von Zeremonie oder Esoterik.Aktives ZuhörenZusammenfassen, was ankam, und korrigieren lassen.Ambivalenz nebeneinanderstellenAmbivalenz nebeneinanderstellen legt zwei echte Stimmen der Person in einen Satz, etwa den Wunsch zu bleiben und den Wunsch zu gehen, ohne eine Seite zu verstärken.AuftragsklärungRollen, Thema und Vertraulichkeit klären, bevor eine Methode beginnt.Bedeutung spiegelnBedeutung spiegeln spricht aus, welchen Wert oder welchen Selbstanspruch die Person in einer Geschichte mitführt, und lässt diesen Anspruch prüfen.Bitte-Satz übenEin Bitte-Satz üben macht aus einer Andeutung eine klare Bitte mit Adressat, Handlung und Zeitpunkt. Die Person übt den Satz, bevor sie ihn im echten Gespräch braucht.Dank am Ende freiwilligDank am Ende freiwillig heißt, dass weder die coachende Person Dank erzwingt noch die Person zu Dank verpflichtet wird. Wenn Dank kommt, darf er kurz stehen; wenn nicht, endet die Stunde trotzdem klar.Dreiecksauftrag wiederholenDreiecksauftrag wiederholen liest die Absprache zwischen Auftraggeber, coached Person und coachender Person erneut und prüft, was noch gilt. Es ersetzt keinen neuen Kontrakt, sondern hält ihn wach.DreieckskontraktDer Dreieckskontrakt klärt vor dem vertraulichen Gespräch, was der Auftraggeber wissen will, was die gecoachte Person schützen will, und was die coachende Person zusagen kann.Du-Botschaft erkennenDu-Botschaften legen das Gegenüber fest: „Du hörst nie zu.“ Im Coaching erkennst du solche Sätze, benennst die Festlegung und hilfst beim Umbau in Beobachtung und Ich-Anteil, ohne Moralpredigt.Eine Frage zur ZeitEine Frage zur Zeit bedeutet, dass im Raum genau ein Fragezeichen steht. Die Person antwortet auf diese eine Sache, danach erst kommt die nächste.ErlaubnisfrageEine Erlaubnisfrage holt ein Ja ein, bevor du einen Vorschlag, eine Information oder eine Übung in die Sitzung bringst.Fragenstapel stoppenEinen Fragenstapel stoppen heißt, mitten im eigenen Redeschwall anzuhalten, die überzähligen Fragen zurückzunehmen und genau eine übrig zu lassen.Gefühl spiegelnEin Gefühl spiegeln benennt die emotionale Färbung, die im Ton, im Tempo oder in einem Wort mitklang, und legt sie als Vermutung auf den Tisch.Grenze zu Therapie aussprechenGrenze zu Therapie aussprechen bedeutet, klar zu sagen, dass dieses Gespräch Coaching ist und keine Behandlung, Diagnose oder Psychotherapie. Der Satz kommt früh und wird bei Bedarf wiederholt.Grenzziehung im AuftragGrenzziehung im Auftrag benennt, was in diesem Coaching drin ist und was draußen bleibt. Die Grenze wird als Satz formuliert, den beide Seiten hören, nicht als Gefühl im Raum.Hypothese kennzeichnenEine Hypothese kennzeichnen heißt, eine Vermutung ausdrücklich als Vermutung zu sprechen und sie der Person zum Verwerfen anzubieten.Ich-BotschaftEine Ich-Botschaft sagt Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch aus der eigenen Position, ohne das Gegenüber festzulegen. Im Coaching hilfst du, Sätze so zu bauen, dass Sache und Appell klar bleiben und die Du-Anklage sinkt.ImmediatheitImmediatheit benennt ein Geschehen, das gerade zwischen der coachenden Person und der anderen Person läuft, etwa ein Ausweichen, ein Lachen an einer ernsten Stelle oder ein wiederholtes Themenwechseln.Letztes Wort aufgreifenDas letzte Wort aufgreifen nimmt das Wort, das die Person am Ende eines Beitrags betont hat, und macht es zum Start der nächsten Frage, ohne es umzudeuten.Meta-KommunikationMeta-Kommunikation spricht darüber, wie ihr gerade miteinander redet, statt über den Sachinhalt zu reden. Gegenstand ist das Gespräch selbst.Minimale BestärkungMinimale Bestärkung sind kurze Signale wie „hm“, „weiter“ oder ein Nicken, die der Person den Raum lassen, den Satz selbst zu Ende zu führen.Nein-Satz übenEin Nein-Satz üben heißt, eine Ablehnung in einem kurzen Satz zu formulieren und laut zu erproben, den die Person in einer realen Lage sagen könnte. Es geht um Klarheit, nicht um Härte um der Härte willen.
Gesprächsführung

Gesprächsführung: die Seiten zum Nachlesen. Die Mail sagt, wo du das mit Übung lernst.

Beraten lassen

Normalisieren ohne zu verkleinernNormalisieren ohne zu verkleinern sagt, dass eine Reaktion in so einer Lage häufig vorkommt, und streicht damit nicht das Gewicht, das die Person ihr gibt.Notizen offenlegenNotizen offenlegen heißt, zu sagen, dass du mitschreibst, und der Person auf Wunsch zu zeigen oder vorzulesen, was über sie festgehalten wird.ParaphrasierenParaphrasieren gibt den Sachinhalt kürzer und in eigenen Worten zurück. Zahlen, Namen und der Auftrag bleiben erhalten, eine Deutung der Motive bleibt draußen.Pause anbietenEine Pause anbieten stellt der Person frei, das Gespräch für ein paar Minuten zu unterbrechen, wenn Erregung, Durst, Zeitdruck oder ein übervolles Thema den Faden zerreißen.Prozess benennenDen Prozess benennen heißt, laut zu sagen, an welcher Stelle im Ablauf die Sitzung gerade steht, etwa Sammlung, Auswahl, Entscheidung oder Transfer.Sauber unterbrechenSauber unterbrechen stoppt einen langen Beitrag, nennt den Grund und gibt der Person das Recht, den Faden danach wieder aufzunehmen.Schweigen haltenSchweigen halten heißt, nach einer Frage oder einem schweren Satz still zu bleiben, ohne die Stille mit einem zweiten Impuls zu füllen.Schweigepflicht-SatzEin Schweigepflicht-Satz sagt in verständlichen Worten, was vertraulich bleibt und welche Ausnahmen gelten, etwa Gefahr für Leib und Leben. Der Satz wird ausgesprochen und bei Bedarf wiederholt, nicht nur still angenommen.Selbstöffnung begrenzenSelbstöffnung begrenzen heißt, eine eigene Erfahrung nur dann kurz zu teilen, wenn sie der Person dient, und danach sofort zu ihrem Thema zurückzukehren.SitzungsabschlussDer Sitzungsabschluss reserviert die letzten Minuten für drei Dinge: was die Person mitnimmt, welcher Schritt terminiert ist, und was heute offen bleibt.SitzungsrückblickDer Sitzungsrückblick öffnet eine Folgesitzung mit dem letzten vereinbarten Schritt, dem Hindernis und der Frage, ob der Auftrag noch gilt.Szene konkretisierenEine Szene konkretisieren holt aus einem allgemeinen Satz wie „immer dieses Chaos“ einen einzelnen Moment mit Ort, Personen und Ablauf.Tempo angleichenTempo angleichen heißt, Lautstärke und Geschwindigkeit so zu wählen, dass die Person nicht überholt wird. Du sagst, was du tust, wenn es auffällt.Thema fokussierenThema fokussieren wählt aus mehreren angesprochenen Fäden genau einen für den nächsten Abschnitt und parkt den Rest sichtbar.TüröffnerEin Türöffner ist ein Satz, der das Thema ganz bei der Person lässt, etwa „Womit willst du heute anfangen?“ oder „Da ist noch etwas, das du nicht ausgesprochen hast.“UmdeutenEine zweite Bedeutung anbieten, die die Person prüfen darf.Validieren ohne ZustimmungValidieren ohne Zustimmung erkennt an, dass die Schilderung für die Person stimmig ist, und übernimmt damit noch nicht ihre Schlussfolgerung oder ihren Plan.VerantwortungsspracheVerantwortungssprache tauscht Sätze wie „man müsste“ oder „die Situation verlangt“ gegen einen Ich-Satz mit einer konkreten Handlung der sprechenden Person.Verständigung prüfenVerständigung prüfen ist eine kurze geschlossene Rückfrage, ob ein bestimmter Punkt richtig angekommen ist, bevor darauf weitergebaut wird.Widerspruch ansprechenEinen Widerspruch ansprechen legt zwei Aussagen oder eine Aussage und eine Beobachtung nebeneinander, die nicht zusammenpassen, und überlässt der Person die Auflösung.Zeitlinie auf PapierEine Zeitlinie auf Papier ordnet nur Ereignisse, die die Person selbst nennt, von früher nach später. Es ist eine Reihenfolgehilfe für den Auftrag, keine Reise in Kindheit und keine regressive Technik.Ziel zu Beginn wiederholenDas Ziel zu Beginn wiederholen holt den bereits formulierten Zielsatz in die ersten Minuten einer Sitzung, bevor neue Geschichten ihn zudecken.ZwischenzusammenfassungEine Zwischenzusammenfassung sammelt nach einem Abschnitt die Punkte, die stehen, die Punkte, die offen sind, und den Auftrag, unter dem weitergesprochen wird.Übergabe an zugelassene StelleÜbergabe an zugelassene Stelle formuliert den nächsten Schritt zu einer fachlich zuständigen Person oder Institution. Es bleibt ein Schritt der Person, keine fernstellende Diagnose.
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