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Coaching-Techniken · Auftragsklärung
Auftragsklärung
Auftragsklärung legt fest, woran ihr arbeitet, für wen, und woran ihr merkt, dass der Auftrag erfüllt ist. Ohne diesen Schritt coachst du leicht am Thema vorbei oder an der falschen Person.

Einleitung
Viele Gespräche starten mit einem vagen Wunsch: „Ich will klarer werden“ oder „Mein Team soll besser funktionieren“. Das ist noch kein Auftrag. Ein Auftrag sagt, welches Ergebnis besprochen wird, wer daran beteiligt ist und welche Grenzen gelten.
Im Einzelcoaching, das jemand selbst bezahlt, sind Auftraggeber und Klient oft dieselbe Person. Sobald eine Firma, eine Führungskraft oder eine Ausbildung den Rahmen setzt, fallen die Rollen auseinander. Dann muss vor dem ersten inhaltlichen Gespräch stehen, wem du verpflichtet bist.
Die folgenden Beispielsätze sind Lehrbeispiele. Sie stammen nicht aus einer echten Sitzung und nicht von einer echten Person.
Zweck
Der Zweck ist ein gemeinsames Verständnis, bevor Methoden zum Einsatz kommen. Sonst liefert GROW, eine Skala oder eine kluge Frage ein Ergebnis, das niemand bestellt hat.
Auftragsklärung schützt auch die Vertraulichkeit. Wenn eine Personalabteilung später „wissen will, was besprochen wurde“, muss das schon am Anfang geregelt sein, nicht nach der dritten Stunde.
Ziel
Am Ende der Klärung könnt ihr drei Sätze mitsprechen: Worum geht es. Worum geht es nicht. Woran erkennt ihr, dass der Auftrag erledigt ist.
Dazu gehören Dauer, Abstand der Termine und was passiert, wenn ein Thema in Therapie, Medizin oder ein Personalverfahren kippt. Das Ziel ist ein Arbeitsbündnis, kein Persönlichkeitstest.

Umsetzung
Stell die Rollen nebeneinander: Klient, Coach, und falls vorhanden der zahlende Auftraggeber. Frag jeden, was er sich von den Stunden wünscht, und schreib die Antworten getrennt auf.
Formuliere den Auftrag in der Sprache des Klienten, nicht in deiner. Lies ihn vor. Änder ihn, bis beide Seiten denselben Satz meinen.
Halte schriftlich fest: Thema, Nicht-Thema, Vertraulichkeit, Absage, und an wen du dich wendest, wenn Sicherheit oder eine Erkrankung im Raum steht. Ein mündliches Nicken reicht dafür nicht.
Beispiel, keine echte Sitzung. „Du sagst, du willst sicherer auftreten. Heißt das: die nächste Leitungsrunde leiten, oder heißt das: dich grundsätzlich anders fühlen? Und wenn deine Chefin den Rahmen bezahlt: Was darf sie erfahren, und was bleibt in diesem Raum?“
Weitere Anwendungsgebiete
- Führungskräfte-Coaching, bei dem die Firma zahlt und der Vorgesetzte ein Ergebnis erwartet.
- Ausbildung und Übungssitzungen: Auch dort braucht der Übende einen klaren Auftrag, sonst wird die Stunde zur unverbindlichen Plauderei.
- Teamsettings nur dann, wenn vorher klar ist, ob du das Team coachst oder eine einzelne Person darin. Beides gleichzeitig ohne Absprache vermischt Loyalitäten.
- Selbstzahler, die mehrere Themen mitbringen. Die Klärung wählt eines für die nächsten Stunden und parkt den Rest.
Grenze
Auftragsklärung ist keine Diagnose und kein Arbeitsvertrag mit Rechtswirkung. Sie ersetzt keine Therapievereinbarung und kein Personalgespräch des Arbeitgebers.
Fragen, kurz beantwortet
Was ist Auftragsklärung im Coaching?
Auftragsklärung legt vor dem inhaltlichen Gespräch fest, woran gearbeitet wird, für wen, was nicht dazu gehört und woran man merkt, dass der Auftrag erfüllt ist.
Wer ist bei der Auftragsklärung beteiligt?
Immer der Klient und der Coach. Zahlt eine Firma oder eine Führungskraft, kommt diese Rolle dazu. Dann wird getrennt festgehalten, was der Auftraggeber erfahren darf.
Was muss schriftlich festgehalten werden?
Thema, Nicht-Thema, Vertraulichkeit, Dauer und was passiert, wenn das Gespräch in Therapie, Medizin oder ein Personalverfahren kippt.
Ersetzt die Auftragsklärung einen Vertrag oder eine Therapie?
Nein. Sie ist ein Arbeitsbündnis für das Coaching, keine Rechtsberatung und keine Therapievereinbarung.