Gesprächsführung

Coaching-Techniken · Gesprächsführung · Validieren ohne Zustimmung

Validieren ohne Zustimmung

Validieren ohne Zustimmung erkennt an, dass die Schilderung für die Person stimmig ist, und übernimmt damit noch nicht ihre Schlussfolgerung oder ihren Plan.

3D-Figuren im Gespräch, eine mit Heft, eine mit roter Tasse, keine Fotografie
Validieren ohne Zustimmung beginnt im Gegenübersitzen. Die Figur mit dem Heft hört zu, die andere hält den Faden.

Einleitung

Validieren ohne Zustimmung erkennt an, dass die Schilderung für die Person stimmig ist, und übernimmt damit noch nicht ihre Schlussfolgerung oder ihren Plan.

Herkunft: Validation in der Gesprächsführung: das Erleben anerkennen, ohne den Schluss zu übernehmen. Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.

Zweck

Wer zu früh widerspricht, erzeugt Widerstand. Wer zu früh zustimmt, übernimmt einen Plan, den er nicht geprüft hat. Die Trennung hält beides auseinander.

Ziel

Ein Satz, der das Erleben anerkennt, und ein zweiter Satz, der die offene Prüfung des Plans markiert.

Umsetzung

  1. Benenne das Erleben in den Worten der Person: „Aus deiner Sicht war das eine öffentliche Bloßstellung.“
  2. Stoppe vor dem Plan. Wiederhole nicht „also musst du kündigen“, auch nicht zustimmend.
  3. Sage den zweiten Teil ausdrücklich: „Dass es sich so angefühlt hat, steht. Ob Kündigung der nächste Schritt ist, ist noch offen.“
  4. Frage, welche Tatsache den Plan tragen oder zu Fall bringen würde. Die Anerkennung bleibt stehen, die Prüfung beginnt.
3D-Figuren im Zuhören, das Heft liegt zu, die Hände sind offen, keine Fotografie
Validieren ohne Zustimmung wartet auf eine Antwort, die noch nicht feststeht. Die offenen Hände lassen ihr den Raum.
Validieren ohne Zustimmung

Die Schritte zu Validieren ohne Zustimmung stehen oben. Mit einem Gegenüber übst du das in der Ausbildung.

Beraten lassen

Weitere Anwendungsgebiete

Grenze

Anerkennung ist keine Erlaubnis für Handlungen, die andere schädigen, und keine Bestätigung einer Selbstgefährdung. In diesen Fällen gilt die Grenze zur zuständigen Stelle.

Fragen, kurz beantwortet

Heißt anerkennen, dass ich derselben Meinung bin?

Nein. Es heißt, dass du das Erleben als ihres stehen lässt. Die Schlussfolgerung bleibt prüfbar.

Klingt das nicht kühl?

Kühl wird es, wenn der zweite Satz die Anerkennung streicht. Beide Sätze bleiben stehen.

Was ist ein typischer Fehlgriff?

Den Plan mitzuvalidieren, etwa „ja, dann kündige“. Damit ist die Prüfung vorbei, bevor sie anfing.

Wann lasse ich die Anerkennung weg?

Wenn die Schilderung eine Gefahr für die Person oder für andere enthält. Dann hat Schutz Vorrang vor Gesprächstechnik.

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