Gesprächsführung
Coaching-Techniken · Gesprächsführung · Widerspruch ansprechen
Widerspruch ansprechen
Einen Widerspruch ansprechen legt zwei Aussagen oder eine Aussage und eine Beobachtung nebeneinander, die nicht zusammenpassen, und überlässt der Person die Auflösung.

Einleitung
Einen Widerspruch ansprechen legt zwei Aussagen oder eine Aussage und eine Beobachtung nebeneinander, die nicht zusammenpassen, und überlässt der Person die Auflösung.
Herkunft: Confronting discrepancies nach Egan, in abgeschwächter Form für Coaching: zwei Aussagen nebeneinanderlegen. Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.
Zweck
Unausgesprochene Widersprüche fressen den Auftrag. Sichtbar werden sie zu einer Entscheidung, welche Seite gilt.
Ziel
Die Person wählt, welche der beiden Seiten für den nächsten Schritt gilt, oder sie erklärt, wie beide zusammengehen.
Umsetzung
- Zitiere die erste Aussage möglichst in ihren Worten und die zweite ebenso. Beide müssen von ihr stammen oder eine muss eine beobachtbare Handlung sein.
- Lege sie nebeneinander ohne Urteil: „Am Montag war das Ziel die Rede in der Leitung. Heute sagst du, du willst das Thema nicht mehr anfassen.“
- Frage, welche Seite jetzt gilt oder wie beides gleichzeitig stimmen kann.
- Arbeite nur mit der Seite weiter, die die Person wählt. Die andere wird notiert, nicht heimlich weiterverfolgt.

Weitere Anwendungsgebiete
- Ziele, die sich zwischen zwei Sitzungen verschoben haben.
- Ankündigungen und das, was im Kalender tatsächlich steht.
- Werte und eine konkrete Entscheidung, die den Wert unterläuft.
Grenze
Der Zug benutzt nur Material, das die Person geliefert hat oder das in der Sitzung beobachtbar war. Vermutungen über unbewusste Motive bleiben draußen. Ein Nein beendet die Gegenüberstellung.
Fragen, kurz beantwortet
Ist das ein Angriff?
Es ist eine Gegenüberstellung zweier belegbarer Stücke. Ein Angriff bewertet den Charakter.
Was, wenn beide Seiten stimmen?
Dann sagt die Person, wie sie zusammengehen. Das ist ein gültiges Ergebnis, kein Scheitern des Zugs.
Darf ich eine dritte Deutung anbieten?
Erst nach ihrer Auflösung, und nur als gekennzeichnete Hypothese.
Wie hart formuliere ich?
So dass beide Zitate wiedererkennbar sind. Zuspitzungen, die sie so nicht gesagt hat, sind unzulässig.