Entscheidung
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Tetralemma
Das Tetralemma öffnet eine Entweder-oder-Entscheidung in Positionen: das Eine, das Andere, beides, keines von beiden – optional eine Position jenseits der Vier. Die Person erkundet jede Position als Haltung, nicht als schnelle Wahl. Es ist Denk- und Entscheidungsarbeit, keine Aufstellungs-Therapie.

Einleitung
Das Tetralemma öffnet eine Entweder-oder-Entscheidung in Positionen: das Eine, das Andere, beides, keines von beiden – optional eine Position jenseits der Vier. Die Person erkundet jede Position als Haltung, nicht als schnelle Wahl. Es ist Denk- und Entscheidungsarbeit, keine Aufstellungs-Therapie.
Herkunft: Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer, systemische Strukturaufstellung: Positionen des Tetralemmas (das Eine, das Andere, beides, keines, und manchmal die fünfte Position). Die Beispielschritte sind zum Üben beschrieben. Sie stammen nicht aus einer dokumentierten Sitzung mit einer echten Person.
Zweck
Scheinbare Zwickmühlen bekommen mehr als zwei Antworten.
Ziel
Vier (oder fünf) erkundete Positionen und eine vorläufige Haltung, die die Person als nächsten Prüfpunkt benennt.
Umsetzung
- Das Eine und das Andere klar benennen, ohne schon zu werten. Beide Seiten müssen realistisch formuliert sein.
- Position beides: Was wäre eine Form, in der Elemente beider Seiten zusammengehen? Konkrete Mischform, kein „irgendwie beides“.
- Position keines: Was fällt weg, wenn keines der beiden gewählt wird? Welche dritte Richtung oder welcher Verzicht erscheint?
- Optional jenseits und Entscheidung: Eine Haltung wählen oder eine Beobachtungszeit vereinbaren, ohne die anderen Positionen zu verteufeln.

Weitere Anwendungsgebiete
- Berufliche Entweder-oder-Fragen (bleiben/gehen, A/B-Angebot).
- Wertekonflikte in Entscheidungen, ohne Therapieauftrag.
- Moderation von Dilemma-Runden im Team.
Grenze
Keine Aufstellung von Traumata oder Familiengeheimnissen. Bei starker Überforderung abbrechen und fachlich weiterverweisen.
Fragen, kurz beantwortet
Brauche ich Raummarker?
Hilfreich, aber nicht zwingend; auch am Tisch mit Karten möglich.
Muss die fünfte Position immer kommen?
Nein. Nur wenn die Vier die Lage nicht öffnen.
Ist beides ein fauler Kompromiss?
Nur wenn unkonkret. Eine echte Mischform nennt Handlungen.
Wer entscheidet am Ende?
Die Person. Das Tetralemma liefert Positionen, keine Vorschrift.