Technik
Coaching-Techniken · Feedback im Coaching
Feedback im Coaching
Feedback im Coaching sagt, was du beobachtet hast und welche Wirkung das auf das Gespräch hatte. Die Person entscheidet, was sie damit anfängt.

Einleitung
Coaches geben weniger Rat als die meisten erwarten, aber sie sind nicht stumm. Eine Rückmeldung ist dann nützlich, wenn sie eine Beobachtung von einer Bewertung trennt und der Person die Hoheit lässt.
„Du wirkst unsicher“ ist eine Bewertung. „Du hast den Zielsatz dreimal begonnen und dreimal abgebrochen“ ist eine Beobachtung. Nur die zweite lässt sich prüfen.
Die Formulierungen sind Übungsbeispiele.
Zweck
Die Person sieht etwas, das sie im eigenen Redefluss nicht sieht. Das kann ein Muster in der Stunde sein oder der Abstand zwischen ihrem Ziel und dem, was sie gerade plant.
Feedback hält die Beziehung ehrlich. Dauerndes Nicken ohne Rückmeldung wird beliebig. Dauerndes Bewerten wird zur zweiten Führungskraft.
Ziel
Eine konkrete Beobachtung ist ausgesprochen, die Person hat gesagt, ob sie sie wiedererkennt, und sie hat entschieden, ob daraus ein Schritt wird.
Nicht das Ziel, dass sie deine Einschätzung übernimmt.

Umsetzung
Hol dir kurz die Erlaubnis, wenn die Rückmeldung heikel ist. „Ich habe eine Beobachtung aus den letzten zehn Minuten. Soll ich sie sagen?“
Sag die Beobachtung, dann die Wirkung auf das Gespräch, dann eine Frage. Kein Rat im selben Satz.
Warte auf die Reaktion. Wenn die Person die Beobachtung nicht teilt, korrigierst du sie nicht länger. Du hast sie angeboten.
Höchstens ein oder zwei Rückmeldungen pro Stunde. Mehr wird zur Belehrung.
Beispiel, keine echte Sitzung. „Darf ich eine Beobachtung sagen? Du hast drei Möglichkeiten genannt und bei jeder sofort erklärt, warum sie scheitert. Die Wirkung auf mich: Wir kommen nicht bis zur Auswahl. Erkennst du das wieder, und wenn ja, wobei hilft dir das für den Dienstag?“
Weitere Anwendungsgebiete
- Wenn Wort und Vorhaben auseinanderfallen.
- Übungssettings in der Ausbildung, in denen Beobachtung geübt wird und Bewertung extra markiert werden muss.
- Vorbereitung von Mitarbeitergesprächen: Die Person übt dieselbe Form, die du ihr vormachst.
- Am Ende einer Stunde als kurze Spiegelung, woran der nächste Schritt hängt.
Grenze
Feedback ist keine Beurteilung der Person, keine Diagnose und kein Personalurteil für den Arbeitgeber. Was du dem Auftraggeber meldest, steht in der Auftragsklärung, nicht in einer spontanen Charakterisierung.
Fragen, kurz beantwortet
Was ist Feedback im Coaching?
Feedback nennt eine Beobachtung aus dem Gespräch und die Wirkung auf die Stunde. Die Person entscheidet, was sie damit anfängt.
Wie klingt eine Beobachtung statt einer Bewertung?
„Du hast den Satz dreimal begonnen und abgebrochen“ ist eine Beobachtung. „Du wirkst unsicher“ ist eine Bewertung.
Wie viel Feedback gehört in eine Stunde?
Ein oder zwei Rückmeldungen. Mehr wird zur Belehrung. Heikles Feedback wird angekündigt, bevor es gesagt wird.
Darf dieses Feedback an den Arbeitgeber gehen?
Nur das, was in der Auftragsklärung vereinbart wurde. Eine spontane Charakterisierung ist kein Personalurteil.