Technik
Coaching-Techniken · GROW
GROW
GROW trennt vier Phasen: Goal, Reality, Options, Will. Erst das Ziel, dann die Lage, dann die Möglichkeiten, dann ein konkreter Schritt mit Termin.

Einleitung
Das Modell ist durch John Whitmore bekannt geworden, vor allem durch sein Buch über Coaching. Es ist ein Gerüst für ein Gespräch, keine Theorie der Persönlichkeit und kein Wirknachweis.
Die Buchstaben stehen im Deutschen oft als Ziel, Wirklichkeit, Optionen und Wille. Die Reihenfolge ist der Nutzen. Wer mit den Optionen beginnt, sammelt Ideen für ein Ziel, das noch niemand ausgesprochen hat.
Beispiele auf dieser Seite sind konstruiert, damit die Phasen sichtbar werden.
Zweck
GROW hält die Stunde in einer nachvollziehbaren Spur. Beide Seiten wissen, wo ihr seid: noch beim Ziel, schon bei der Lage, oder schon bei der Entscheidung.
Es bremst den Impuls, sofort Lösungen zu liefern. Die Lage kommt vor den Optionen, damit Ideen zur tatsächlichen Situation passen und nicht zu einer vorgestellten.
Ziel
Am Ende der Stunde gibt es einen Schritt, den die Person selbst formuliert hat, mit einem Zeitpunkt und einem Merkmal, woran sie erkennt, dass sie ihn getan hat.
Nicht das Ziel der Stunde ist „das Lebensproblem gelöst“. Das Ziel ist Bewegung in einem vorher geklärten Punkt.

Umsetzung
Goal: den Zielsatz aus der Zielklärung holen oder neu schärfen. Eine Stunde, ein Ziel.
Reality: Was ist heute schon da? Was wurde versucht? Wer ist beteiligt? Bleib bei Beschreibungen. Bewertungen markierst du als solche.
Options: erst sammeln, ohne zu sortieren. Dann streichen, was nicht in der Hand der Person liegt. Du darfst eine Option dazulegen, aber erst nachdem sie ihre eigenen genannt hat, und du kennzeichnest sie als deine Idee.
Will: Welche Option wird es diese Woche? Wann genau? Was könnte dazwischenkommen, und was tut sie dann? Ein Termin ohne Hindernis ist oft eine Absicht, kein Schritt.
Beispiel, keine echte Sitzung. Goal: „Am Dienstag den Satz sagen, welches Projekt ich abgebe.“ Reality: „Bisher habe ich in der Runde geschwiegen, die Liste liegt seit Montag auf dem Tisch.“ Options: „Satz aufschreiben, Stellvertretung vorwarnen, Punkt auf die Agenda setzen.“ Will: „Montag 18 Uhr den Satz aufschreiben und ihn dienstags als Erstes sagen.“
Weitere Anwendungsgebiete
- Klassische Einzelstunden mit einem klaren Thema.
- Gespräche, die sich in der Problembeschreibung verlieren. Du kannst sichtbar machen: „Wir sind noch bei der Lage, nicht bei den Möglichkeiten.“
- Ausbildung als Standardübung, weil die Phasen beobachtbar sind.
- Kurze Formate, etwa 45 Minuten, weil das Gerüst auch dann trägt, wenn wenig Zeit ist.
Grenze
GROW garantiert kein Ergebnis. Es ersetzt keine Therapie, keine Rechtsberatung und keine fachliche Anleitung, wenn die Person eine Vorschrift oder eine Behandlung braucht. Wenn in der Reality-Phase eine Krise aufgeht, verlässt du das Modell.
Fragen, kurz beantwortet
Was bedeutet GROW im Coaching?
GROW ist ein Gesprächsgerüst mit vier Phasen: Goal (Ziel), Reality (Lage), Options (Möglichkeiten) und Will (konkreter nächster Schritt). Bekannt wurde es durch John Whitmore.
In welcher Reihenfolge laufen die Phasen?
Erst das Ziel, dann die Lage, dann die Möglichkeiten, dann der Schritt mit Termin. Wer mit den Optionen beginnt, sammelt Ideen ohne geklärtes Ziel.
Garantiert GROW ein Ergebnis?
Nein. Es ist ein Gerüst für eine Stunde, kein Wirknachweis und keine Garantie, dass ein Lebensproblem gelöst wird.
Wann verlässt man das GROW-Modell?
Wenn in der Beschreibung der Lage eine Krise, eine nötige Behandlung oder ein rechtliches Thema aufgeht. Dann ist das Modell nicht mehr das richtige Werkzeug.