Technik
Coaching-Techniken · Ressourcenarbeit
Ressourcenarbeit
Ressourcenarbeit sucht, was schon da ist: Fähigkeiten, Menschen, Erfahrungen und Bedingungen, die der Person schon einmal geholfen haben.

Einleitung
Coaching, das nur auf den Mangel schaut, produziert lange Problembeschreibungen. Ressourcenarbeit dreht die Aufmerksamkeit auf Belege. Nicht auf Komplimente von dir, sondern auf Situationen, die die Person selbst erinnern kann.
Eine Ressource ist etwas Konkretes. „Du bist stark“ ist ein Etikett. „Du hast das Gespräch im März vorbereitet, indem du drei Sätze aufgeschrieben hast“ ist eine Ressource, weil sie wiederholbar ist.
Beispiele sind didaktisch, nicht biografisch echt.
Zweck
Der Zweck ist, den nächsten Schritt an etwas anzuschließen, das schon funktioniert hat. Das senkt den Abstand zwischen Absicht und Tun.
Es verhindert, dass jede Stunde bei null beginnt. Menschen vergessen unter Druck, was sie schon können. Die Frage holt es zurück.
Ziel
Mindestens eine benannte Ressource, die zur aktuellen Lage passt, und eine Idee, wie sie in den nächsten Tagen wieder vorkommt.
Die Person erkennt die Ressource als ihre, nicht als Lob, das du verteilt hast.

Umsetzung
Frag nach einer früheren Lage, die ähnlich schwer war und in der ein Stück gelungen ist. Lass die Person die einzelnen Handgriffe beschreiben, nicht das Gefühl danach.
Frag nach Menschen, Orten und Gewohnheiten, die helfen, ohne das Problem zu lösen. Manchmal ist die Ressource ein Zeitfenster am Morgen, kein Charakterzug.
Übertrag auf das aktuelle Ziel: „Welches Stück davon ist diese Woche wieder verfügbar?“ Wenn nichts übertragbar ist, sag das. Erfinde keine Stärke.
Schreib die Ressource in den nächsten Schritt. Sonst bleibt sie eine schöne Erinnerung.
Beispiel, keine echte Sitzung. „Wann hast du ein ähnlich unangenehmes Gespräch schon einmal eröffnet? Was hast du in den zehn Minuten davor konkret getan? Was davon kannst du am Dienstag wieder tun?“
Weitere Anwendungsgebiete
- Wenn jemand sich als vollständig blockiert beschreibt.
- Nach einer Skala, sobald klar ist, was die Zahl schon trägt.
- Berufswechsel und neue Rollen: frühere Rollen enthalten oft Handgriffe, die mitwandern.
- Gruppen in Ausbildungen, die sich gegenseitig Ressourcen spiegeln. Nur mit dem, was die Person selbst bestätigt.
Grenze
Du deutest keine Traumata um und du verpflichtest niemanden, „positiv zu denken“. Wenn die Person sagt, dass gerade nichts verfügbar ist, glaubst du das und gehst kleiner, statt eine Stärke zu behaupten.
Fragen, kurz beantwortet
Was ist eine Ressource im Coaching?
Eine Ressource ist etwas Konkretes, das der Person schon einmal geholfen hat: ein Handgriff, ein Mensch, ein Ort oder eine Gewohnheit. „Du bist stark“ ist ein Etikett, kein Beleg.
Wozu dient Ressourcenarbeit?
Der nächste Schritt wird an etwas angeschlossen, das schon funktioniert hat, statt die Stunde bei null und nur beim Mangel zu beginnen.
Was tut der Coach, wenn die Person sagt, es sei nichts da?
Das wird geglaubt. Der Schritt wird kleiner. Es wird keine Stärke erfunden und niemand zum positiven Denken verpflichtet.
Gehört Ressourcenarbeit in eine Krise oder ein Trauma?
Nein. Verletzungen werden nicht in eine Lernchance umgedeutet, und es wird keine Stärke behauptet, die die Person nicht selbst beschreibt.