Coaching-Techniken · Transfer
Transfer
Eine Einladung zum Transfer. An der Tür wird aus der Stunde ein Schritt mit Termin.

27 Techniken in diesem Bereich. Jede Seite beschreibt Zweck, Ziel und einen eigenen Ablauf.
24-Stunden-RückblickDer 24-Stunden-Rückblick ist eine kurze Revue des letzten Tages bezogen auf den Auftrag: Was war geplant, was geschah, was war ein brauchbarer Zug, was wird in den nächsten 24 Stunden anders versucht? Es ist Lernreview, kein Verhör.Auftrag wiederholen nach zwei WochenAuftrag wiederholen nach zwei Wochen heißt, denselben Auftragssatz später unverändert vorzulesen und zu prüfen, ob er noch gilt. Veränderungen werden benannt, ohne den alten Satz zu beschönigen und ohne die Person auf Konsistenz festzunageln.ErfolgskriteriumDas Erfolgskriterium legt fest, woran Person und coachende Person erkennen, dass ein Ziel oder Experiment ausreichend erreicht ist. Es ist Prüfkriterium, kein Motivationsslogan.Erster sichtbarer BelegDer erste sichtbare Beleg ist das kleinste Artefakt oder Ereignis, an dem Außenstehende oder die Person selbst erkennen, dass der Schritt begonnen hat: eine Mail, ein Kalendereintrag, ein Foto, ein Gesprächsprotokoll.FokuszeitFokuszeit ist eine von der Person gesetzte Zeitspanne, in der nur der vereinbarte Schritt gilt. Ablenkungen werden vorher benannt und für diese Spanne weggelegt, ohne Produktivitätsreligion.Gewohnheit an bestehende Handlung hängenEine neue Mini-Gewohnheit wird an eine bereits stabile Handlung gehängt: Nach [bestehende Handlung] mache ich [neue Mini-Handlung]. Der Anker ist der bestehende Rhythmus, nicht Motivation.Hindernis vorausdenkenHindernis vorausdenken lässt die Person vor der Umsetzung die wahrscheinlichsten Stolpersteine benennen und ihnen eine Antwort zuordnen. Es ist Erkundung, noch nicht zwingend der fertige Wenn-Dann-Satz.HindernisprotokollEin Hindernisprotokoll listet in kurzen Zeilen, was die Umsetzung bisher gestoppt hat, in Beobachtungssprache. Es dient der Planung, nicht der Klage und nicht der Pathologisierung.Implementation IntentionDie Implementation Intention spezifiziert im Voraus, in welcher Situation welche Handlung folgt. Im Coaching wird das Konstrukt genutzt, um Absichten an konkrete Auslöser zu binden. Sie ist die theoretische Form; der Wenn-Dann-Plan ist die alltagsnahe Formulierungshilfe.KalenderblockEin Kalenderblock setzt eine konkrete Zeitspanne für den vereinbarten Schritt in den Kalender der Person. Ohne Block bleibt der Schritt oft Absicht.LernnotizEine Lernnotiz hält in wenigen Zeilen fest, was die Person aus der Stunde mitnimmt und was sie als Nächstes prüft. Es ist keine Sitzungsdokumentation für Akten, sondern ein Werkzeug der Person.Mini-Experiment 48 StundenEin Mini-Experiment über 48 Stunden prüft eine kleine Handlung in einem festen Zeitfenster. Danach wird ausgewertet, was beobachtbar geschah, ohne Erfolgsgarantie.Nächster SchrittHandlung mit Termin und Hindernis.
Parking-LotDas Parking-Lot ist eine sichtbare Parkfläche für Themen, die wichtig sind, aber nicht in den aktuellen Auftrag der Stunde gehören. Geparkte Punkte bekommen später einen Ort: Folgesitzung, andere Runde, oder bewusstes Verwerfen.RechenschaftspartnerEin Rechenschaftspartner ist eine Person, der nach dem Schritt kurz berichtet wird, und zwar nur mit ausdrücklicher Zustimmung beider Seiten. Es ist keine Überwachung, keine öffentliche Bloßstellung und keine Therapieauflage, sondern eine freiwillige Sichtbarkeit für einen begrenzten Schritt.Rückfall in das alte MusterRückfall in das alte Muster bespricht, dass ein bekanntes Verhalten wieder aufgetreten ist, ohne es als Krankheit oder Charakterbruch zu deuten. Es wird als Information für den nächsten Versuch genutzt.Sichtbarer BelegEin sichtbarer Beleg ist etwas, das eine dritte Person sehen oder hören könnte und das zeigt, dass ein Schritt getan wurde. Gefühle allein zählen hier nicht als Beleg.Sitzungsnotiz für die PersonDie Sitzungsnotiz für die Person ist eine kurze, von der coachee getragene Mitschrift: Auftrag, Kernpunkt, nächster Schritt, Review-Kriterium. Sie gehört der Person, nicht dem Archiv der coachenden Person allein.Transferbrief an sich selbstEin Transferbrief an sich selbst ist ein kurzer Text der Person an die Person, gelesen zu einem vereinbarten Zeitpunkt. Die coachende Person diktiert nicht und bewertet den Stil nicht.Umgebung ändernUmgebung ändern plant eine konkrete Änderung am Ort der Handlung: anderer Tisch, Tür zu, Material bereit. Es ist Alltagsgestaltung, keine Raumtherapie.Unterstützer anrufenUnterstützer anrufen meint, dass die Person eine reale Person benennt und einen konkreten Anruf oder Kontakt als Schritt plant. Es ist kein Netzwerk-Seminar und keine Therapiegruppe.Unterstützer benennenUnterstützer benennen lässt die Person konkrete Menschen, Rollen oder Strukturen nennen, die den nächsten Schritt erleichtern können – inklusive der Art der Unterstützung und der Bitte.Was bleibt nach der StundeWas bleibt nach der Stunde fragt gezielt nach dem einen Satz oder Schritt, der den Raum verlassen soll. Mehrere Erträge werden gekürzt, bis einer tragfähig ist.Was lasse ich wegWas lasse ich weg fragt nach einer Handlung, einem Thema oder einer Gewohnheit, die die Person in der nächsten Zeit bewusst nicht tut. Weglassen ist hier ein aktiver Schritt, kein Verbot von außen.Wenn-Dann-PlanDer Wenn-Dann-Plan ist die alltagsnahe Schreib- und Sprechform: Wenn [Situation], dann [Handlung]. Im Unterschied zur theoretischen Implementation Intention liegt der Fokus hier auf gemeinsamer Formulierung, Verständlichkeit und Sitzungstransfer.Wenn-Hindernis-DannWenn-Hindernis-Dann formuliert vorab, was die Person tut, wenn ein benanntes Hindernis auftritt. Der Satz ist kurz und handlungsbezogen, keine Lebensphilosophie.Zeitbox der StundeDie Zeitbox der Stunde teilt die Sitzungszeit sichtbar in Blöcke: Kontrakt, Arbeit am Thema, Transfer, Puffer. Überschreitungen werden benannt und neu verhandelt, nicht still geschluckt.